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Musik & Musikgeschichte

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Felix Mendelssohn Bartholdy
Di. 25.06.2024 18:00
Würzburg

Im Rahmen der Reihe "1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland" widmen sich diese beiden Vorträge Felix Mendelssohn Bartholdy, dem ersten deutschsprachigen Juden, der als Komponist nationale und internationale Bedeutung gewann. Als Enkel des europaweit geschätzten jüdischen Kaufmanns und Philosophen Moses Mendelssohn war er in eine aufgeklärte Familie hineingeboren worden, die versuchte, sich in der christlichen Mehrheitsgesellschaft zu etablieren. Sich gleichzeitig als Jude und als Deutscher zu fühlen, war für Mendelssohn einerseits eine Selbstverständlichkeit, andererseits aber auch ein Dilemma, aus dem er sich nie ganz befreien konnte, zumal er zeit seines Lebens antisemitischen Anfeindungen ausgesetzt war – unter anderem von seinen Komponistenkollegen Robert Schumann und Richard Wagner. Viele seiner Vertonungen wurden typisch deutsches Kulturgut. Seine Chorlieder „Wer hat dich, du schöner Wald“ und „O Täler weit, o Höhen“ wurden quasi deutsche Volkslieder, sein Lied „Leise zieht durch mein Gemüt“ gehörte, wie zahlreiche andere seiner Lieder, lange zum festen Lieblingsrepertoire singender deutscher Bürgertöchter. Viele seiner Klavierwerke, insbesondere die sogenannten "Lieder ohne Worte", erfreuten sich dort ebenfalls größter Beliebtheit. Auch auf einem ganz anderen Gebiet wurde Mendelssohn von unschätzbarer Bedeutung für einen speziell deutschen Kunstbereich, nämlich die evangelische Kirchenmusik. Kein anderer der großen Komponisten des 19. Jahrhunderts hat so viele deutschsprachige geistliche Musik komponiert wie er und damit dieses Genre dermaßen beeinflusst. Die Nationalsozialisten setzten der Aufführung Mendelssohnscher Werke mit ihrem strikten Verbot jeglicher jüdischer Musik schließlich ein abruptes Ende. Ganz erholt hat sich die Mendelssohn-Rezeption bis heute nicht davon. Trotzdem gehören viele seiner Werke heute längst wieder zum festen Konzertrepertoire der klassischen Musik, sein Violinkonzert etwa, die italienische und die schottische Symphonie, sein großes Oratorium "Elias" oder auch seine Kammermusik. Der Hochzeitsmarsch aus seiner Musik zu Shakespeares "Sommernachtstraum" ist einer der weltweit berühmten Klassikschlager. Neben alldem kommt in den beiden Vorträgen noch ein anderer wichtiger Aspekt in Mendelssohns Lebensleistung zur Sprache, nämlich seine Bedeutung als einer der ersten wichtigen Dirigenten und Musikfunktionäre. Bekannt ist, dass er 1829 Bachs "Matthäuspassion" quasi wiederentdeckte und aufführte. In der Folgezeit wurde er ein europaweit berühmter Dirigent, mit dem sich viele Musikfestivals gerne schmückten. Als Musikfunktionär gehörte er z.B. zu den Gründern des Leipziger Konservatoriums und initiierte die Aufstellung eines Bach-Denkmals in Leipzig. Der Jude Felix Mendelssohn ist neben Robert Schumann einer der beiden großen deutschen Komponisten der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts und hat mit seinem Werk auch die weiteren Jahrzehnte des Jahrhunderts entscheidend mitgeprägt. Dass beide Vorträge zahlreiche Musik- und Bildbeispiele enthalten, versteht sich von selbst.

Kursnummer 81035A-sg
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Gebühr: 21,00
Dozent*in: Dr. Ernst Herttrich
Die „Carmina Burana“ von Carl Orff
Do. 04.07.2024 18:00
Würzburg

Die "Carmina Burana" von Carl Orff ist zweifellos eines der bekanntesten Werke des 20. Jahrhunderts und sogar bei einem nicht klassischen Publikum beliebt. Dieses monumentale Werk, das 1937 uraufgeführt wurde, basiert auf einer Sammlung von Lied- und Dramentexten aus dem 11. und 12. Jahrhundert in mittellateinischer und mittelhochdeutscher Sprache. Diese Texte hatte Carl Orff übrigens 1934 in einem Würzburger Antiquariatskatalog entdeckt… Erfahren Sie etwas zu Geschichte, zu den Texten und dem Hintergrund dieses faszinierenden Werkes. Von welch raffinierter Schlichtheit ist die Kraft der Melodien. Wie werden die Texte musikalisch in Szene gesetzt? Welche Harmonien werden verwendet? Welch eine Freude ist es, in diese Musik als Chorleiter, als Chorsänger aber auch als Zuhörer einzutauchen? Die Einführung in dieses Meisterwerk soll dazu dienen, das Konzert des Oratorienchor Würzburg am 21.07.2023 in der Hochschule für Musik für den interessierten Zuhörer vorzubereiten. Dabei kommt die „reduzierte Version“ für Solisten, Chor, zwei Klaviere und Schlagzeug aus dem Jahr 1956 zur Aufführung. Matthias Göttemann studierte Kirchenmusik mit Dirigieren und Chorleitung an der Hochschule für Musik in Würzburg und hat mit dem Oratorienchor Würzburg und namhaften Orchestern einen großen Teil des bekannten Oratorienrepertoires aufgeführt. Er verantwortet seit über 20 Jahren hauptberuflich die "Kirchenmusik in den Hassbergen". In Kooperation mit dem Oratorienchor Würzburg. Es gibt eine Abendkasse.

Kursnummer 81006A-sg
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Gebühr: 6,00
Dozent*in: Matthias Göttemann
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27.05.24 20:44:27