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Gemeinsam sehen und sich begegnen: Neues Projekt mit drei Museen ermöglicht Integration auf kultureller und kreativer Grundlage

Unter dem Titel „Gemeinsam sehen – Begegnungen im Museum“ erhalten Teilnehmende von Integrationskursen bei diesem Projekt die Möglichkeit, Museen als offene, ruhige und inspirierende Orte zu erleben und darin aktiv und kreativ zu werden.

Museen sind nicht nur Orte der Kulturvermittlung und der Erhaltung von Kunst. Sie bieten auch einen geschützten Raum, sind Orte der Ruhe und des Innehaltens wie auch der kulturellen Teilhabe und kreativen Mitgestaltung. Als solche eignen sie sich für ein neu gestartetes Projekt von Stadt Würzburg, der Bildungshäuser vhs Würzburg, Kolping und der drei Museen am Dom, im Kulturspeicher und des Museums für Franken. Unter dem Titel „Gemeinsam sehen – Begegnungen im Museum“ erhalten Teilnehmende von Integrationskursen bei diesem Projekt die Möglichkeit, Museen als offene, ruhige und inspirierende Orte zu erleben und darin aktiv und kreativ zu werden.

Das Projekt verfolgt drei Schwerpunkte: Bildkompetenz, Wohlbefinden und ästhetische Forschung. Ziel ist, Museen als Begegnungsräume erfahrbar zu machen und Hemmschwellen gegenüber kulturellen Angeboten abzubauen. Gemeinsame Führungen und kreative Aktivitäten in Museen verbinden und schaffen eine Atmosphäre, in der Gespräche und neue soziale Verbindungen entstehen können. Die inspirierende Umgebung entlastet, sorgt für Zugehörigkeit, baut Hemmschwellen gegenüber Kulturorten ab, hilft dabei, sprachliche Kompetenzen zu erweitern. Langfristig versteht sich das Projekt als Beitrag zu einem partizipativen Museumsverständnis, das gesellschaftliche Vielfalt ernst nimmt und Teilhabe aktiv ermöglicht. Integration wird dabei als wechselseitiger Prozess verstanden, in dem kulturelle Einrichtungen eine Rolle spielen können.

„Menschen mit Migrations- und Fluchterfahrung erfahren in diesem Projekt Museen als offene, sichere Orte und öffnen sich der Kultur“, lobt Oberbürgermeister Martin Heilig. „Gerade vor dem Hintergrund der eingeschränkten Zulassung der Teilnahme an Integrationskursen ist es umso wichtiger, solche Projekte zu schaffen. Dies wird möglich, weil die beteiligten Museen Führungen und Eintritte möglichst kostenfrei anbieten, das Begleitpersonal durch den Träger gestellt wird und die Themen inhaltlich an Integrationskurse angedockt werden.“

In kleinen Gruppen besuchen die Teilnehmenden die Häuser, nehmen an Führungen teil und werden selbst kreativ tätig. Dabei geht es nicht nur um Kunst und Kultur, sondern auch um Austausch, Orientierung und das gemeinsame Erleben eines geschützten Raums. „Bei einem Rundgang durch unser Museum begegnen die Teilnehmenden auch Werken, die das Thema Mutter aufgreifen. Für manche von ihnen berührt dieser Zugang persönliche Erfahrungen und Erinnerungen. Es entstehen Gespräche, zugleich bleibt Raum für Stille und eigenes Nachdenken“, merkt Christine Busch aus dem Museum am Dom an.

In den drei Museen sind Menschen unabhängig von Herkunft, Sprache oder Aufenthaltsstatus willkommen. In der gemeinsamen Betrachtung von Bildern, im Gespräch und in kreativen Aktivitäten können Teilnehmende eigene Eindrücke formulieren, neue Ausdrucksformen kennenlernen und sprachliche Kompetenzen anwenden.

Initiiert wurde das Projekt von Victoria Jung aus der Fachabteilung Integration der Stadt Würzburg in Kooperation mit Christine Busch vom Museum am Dom, Christiane Rolfs, Phillip Glöggler und Anja Goldbrunner vom Museum im Kulturspeicher sowie Veronika Genslein und Juliane Gieb vom Museum für Franken. Gemeinsam entstand ein Angebot, das kulturelle Bildung, Sprachförderung und Begegnung miteinander verbindet. Sabrina Hüttner, Leiterin der vhs Würzburg, sowie Lisa Jäpel und Sigrid Mahsberg der Abteilung der sprachlichen Bildung der Kolping Akademie stehen im Austausch mit den Museen sowie der Stadt Würzburg.

Christine Busch zeigt im Museum am Dom den Teilnehmenden ausgewählte Kunstwerke und freut sich über regen Austausch über die gezeigten Themen. Foto: Victoria Jung
05.05.26 15:23:20