Freiheit
Marcel Proust (1871–1922) ist untrennbar mit seiner monumentalen „Suche nach der verlorenen Zeit“ verbunden. Doch jenseits des literarischen Ruhms stellt sich die Frage: Wer war dieser Mensch, und wie frei war er in seinem Denken? Proust zeigt, dass Freiheit nicht nur im äußeren Handeln liegt, sondern auch im inneren Erleben – in der Fähigkeit, Erinnerungen zu gestalten, Zeit neu zu deuten und dem Vergänglichen einen Sinn zu geben. Seine Literatur eröffnet einen Raum, in dem wir selbst die Freiheit entdecken können, Vergangenheit und Gegenwart miteinander zu verweben Der Vortrag lädt dazu ein, Prousts Denken nachzuspüren, ihm auf seiner Suche zu folgen und dabei die eigene Freiheit im Umgang mit Zeit und Erinnerung neu zu erfahren. Florian Gernot Stickler, Jahrgang 1976, studierte klassische Archäologie, Philosophie und Kunstgeschichte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, an der er auch im Fach Philosophie promoviert wurde. Zur Zeit ist er als selbstständiger Philosoph und Geisteswissenschaftler in Würzburg tätig.
Pierre Teilhard de Chardin SJ (1881–1955) war Paläontologe von Weltrang, Theologe und Jesuit – ein Denker, der zwischen Naturwissenschaft und Glauben spannungsvoll seinen Weg suchte. Gerade in diesem Spannungsfeld stellte sich die Frage: Wie konnte er die Freiheit seines Denkens bewahren und zugleich Brücken schlagen zwischen Wissenschaft und Theologie? Der Vortrag spürt dieser einzigartigen Freiheit nach, zeigt, wie Teilhard de Chardin die Grenzen überschritt und ein Denken entfaltete, das bis heute inspiriert. Seine Vision verbindet kosmische Evolution mit spiritueller Tiefe und lädt dazu ein, Freiheit als schöpferische Kraft neu zu entdecken. Florian Gernot Stickler, Jahrgang 1976, studierte klassische Archäologie, Philosophie und Kunstgeschichte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, an der er auch im Fach Philosophie promoviert wurde. Zur Zeit ist er als selbstständiger Philosoph und Geisteswissenschaftler in Würzburg tätig.
Demokratien garantieren die Freiheit ihrer Bürgerinnen und Bürger. Doch diese Freiheit musste über Jahrhunderte hinweg immer wieder neu erkämpft werden. Schon im Jahr 1525 erhoben sich die Bauern gegen Unterdrückung und Willkür. In Würzburg reicht der Kampf um Selbstbestimmung sogar noch weiter zurück: Bereits vor 900 Jahren forderten Menschen das Recht, ihr Leben frei zu gestalten und eigene Entscheidungen zu treffen. Doch Fürstbischöfe, Landesherren und Adelige stellten sich diesem Streben entgegen – oft mit harter Gewalt. Erst 1918 erhielten alle erwachsenen Würzburgerinnen und Würzburger politische Freiheit, wenngleich nicht unbedingt geistige Unabhängigkeit in ihren Anschauungen. In diesem Vortrag wollen wir einen weiten Bogen schlagen: von den frühen Freiheitskämpfen bis zu den Errungenschaften moderner Demokratien – und der Frage, wie lebendig die Idee der Freiheit heute noch ist. Dr. Hans Steidle, Jahrgang 1951, besuchte in Würzburg Schule und Universität und war Lehrer für Geschichte und Deutsch an einem Würzburger Gymnasium. Seit mehr als drei Jahrzehnten bilden Geschichte und Kultur der Stadt Würzburg den Schwerpunkt seiner Führungen, Vorträge und Publikationen. Seit 2009 ist er Stadtheimatpfleger in Würzburg. Allerdings setzt er sich auch mit nationaler und internationaler Geschichte, Kunst und Literatur auseinander.
„Freiheit“ ist ein zentraler Begriff in der politischen Rhetorik – doch seine Bedeutung ist keineswegs eindeutig. Donald Trump nutzt ihn als Schlagwort, um gesellschaftliche Konflikte zu rahmen, Anhänger zu mobilisieren und politische Gegner zu delegitimieren. Der Vortrag beleuchtet, wie Trump den Freiheitsbegriff in seinen Reden und politischen Strategien einsetzt, welche historischen und kulturellen Bezüge er dabei aufgreift und wie sich daraus eine spezifische Weltsicht ableiten lässt. Dabei geht es nicht nur um die Analyse seiner Sprache und Symbolik, sondern auch um die Frage, welche Wirkung diese Deutung von Freiheit auf die politische Kultur der USA und darüber hinaus hat. Da die Entwicklungen bis 2026 noch nicht absehbar sind, bleibt der Vortrag bewusst offen für aktuelle Ereignisse und neue Dynamiken. Matthias Hofmann ist Historiker und Orientalist und war lange Jahre Analyst der Bundeswehr für den Orient.
In diesem Vortrag gehen wir zurück zu den Quellen: Philosophie vom Grunde aus gedacht. Aristoteles (384–322 v. Chr.), der „Philosoph“, prägte mit seinen Ideen die gesamte Geistesgeschichte. Sein Denken eröffnet eine Reise zu den Grundlagen von Logik, Ethik und Politik – und zeigt, wie Freiheit im Denken entsteht. Aristoteles lehrte, dass Erkenntnis nicht nur Wissen bedeutet, sondern auch die Fähigkeit, selbstständig zu urteilen und zu handeln. Seine Philosophie erinnert uns daran, dass Freiheit nicht allein im politischen Raum, sondern im klaren, eigenständigen Denken wurzelt. Der Vortrag lädt dazu ein, Aristoteles neu zu entdecken und zu fragen, wie seine Gedanken uns heute helfen können, Freiheit bewusst zu leben und unsere Welt kritisch zu gestalten. Florian Gernot Stickler, Jahrgang 1976, studierte klassische Archäologie, Philosophie und Kunstgeschichte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, an der er auch im Fach Philosophie promoviert wurde. Zur Zeit ist er als selbstständiger Philosoph und Geisteswissenschaftler in Würzburg tätig.
In einer Zeit, in der KI-Modelle immer komplexere Entscheidungen treffen, stellt sich eine uralte Frage mit neuer Dringlichkeit: Wie frei ist der menschliche Wille tatsächlich, oder folgen auch wir nur unsichtbaren Algorithmen? Dieser Vortrag verknüpft die aktuelle technologische Debatte mit den fundamentalen Erkenntnissen der Hirnforschung. Wir blicken auf die provokanten Thesen der Neurowissenschaftler Benjamin Libet und Gerhard Roth. Ihre Experimente legen nahe, dass das Gehirn Entscheidungen bereits trifft, bevor wir uns ihrer bewusst sind – eine Erkenntnis, die unser Verständnis von Autonomie radikal infrage stellt. Wenn aber neurobiologische Prozesse unser Handeln vorbestimmen – worin unterscheidet sich der Mensch dann noch von der Maschine? Der Abend lädt dazu ein, das Spannungsfeld zwischen menschlicher Freiheit und deterministischen Systemen neu zu vermessen.
Der völlige Zusammenbruch des Staatswesens im Mai 1945 führte zu einem politischen Vakuum in Deutschland, das jede Besatzungsmacht zunächst auf ihre Weise und dann in einer zunehmenden Ost/West-Polarisierung zu füllen versuchte. In diesem Seminar nehmen ich Sie mit auf eine Reise ins Jahr Null, so spannend wie jeder Fernsehkrimi – bis hin zu einem überraschenden Ende. Reinhard Seibold hat in mehreren Ländern und Sprachräumen Betriebswirtschaft, Geschichte, Literatur und Politik studiert. Sein Abschlussjahr führte ihn 1989/1990 nach Westberlin, als das „Kurze Jahrhundert der Weltkriege“ mit dem Zerfall der Sowjetunion und dem Fall der Berliner Mauer zu Ende ging. Mit seinem Kursangebot zu literarischen und geschichtlichen Themen möchte er möglichst viele Menschen – und ganz besonders auch die jüngeren Generationen – für einige aktuelle Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart interessieren. Alle Vorträge der Reihe sind individuell buchbar.
Jahrhundertelang war Würzburg eine Bischofsstadt – also im Gegensatz zu Nürnberg oder Rothenburg keine freie Reichsstadt. Bis heute prägt dies den Charakter der Mainmetropole, die sich nicht so frei wie andere Städte entwickeln konnte. Erst seit der Säkularisation herrscht Freiheit – doch ist dieser Begriff dehnbar. Auf welchen Gebieten können wir von Freiheit sprechen? Welche Chancen bieten politische Neuordnungen? Und wo sind dem Ganzen Grenzen gesetzt? Vom Vierröhrenbrunnen gehen wir zum Stachel, weiter über das Falkenhaus hin zum Dom, um dann die Führung am Mozartareal zu beenden. Treffpunkt: Vierröhrenbrunnen, beim Grafeneckart Markus Schäfer ist gebürtiger Würzburger und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit der Geschichte seiner Heimatstadt. Ein besonderes Augenmerk legt der studierte Germanist dabei auf die Vermittlung von „Geschichten hinter der Geschichte“. Dem Würzburg-Kenner ist es wichtig, interessierten Teilnehmenden Dinge mitzuteilen, die so in keinem Reiseführer stehen.
Ein Wahlergebnis wie zum Ersten Bundestag 1949 wäre heutzutage der Schrecken für alle, die von klaren Mehrheiten träumen: es waren elf Parteien vertreten, plus einige unabhängige Abgeordnete. Es wurden mindestens vier Parteien gebraucht, um eine Regierung zu bilden, wenn man eine „Große Koalition“ aus Union und SPD vermeiden wollte. Der Bundeskanzler wurde schließlich mit nur einer Stimme Mehrheit gewählt - Adenauers eigene. In diesem Seminar erfahren Sie, wie diese eine Stimme die weitere Entwicklung der Bundesrepublik geprägt hat. Reinhard Seibold hat in mehreren Ländern und Sprachräumen Betriebswirtschaft, Geschichte, Literatur und Politik studiert. Sein Abschlussjahr führte ihn 1989/1990 nach Westberlin, als das „Kurze Jahrhundert der Weltkriege“ mit dem Zerfall der Sowjetunion und dem Fall der Berliner Mauer zu Ende ging. Mit seinem Kursangebot zu literarischen und geschichtlichen Themen möchte er möglichst viele Menschen – und ganz besonders auch die jüngeren Generationen – für einige aktuelle Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart interessieren. Alle Vorträge der Reihe sind individuell buchbar.
Nach Maßgabe des Grundgesetzes ist Kunst frei. Schon im 19. Jahrhundert galt sie – wenn auch mit Einschränkungen – als frei. Doch gegen Ende dieses Jahrhunderts wollten die Malerinnen und Maler mehr: Sie strebten nach Befreiung von den Traditionen und Zwängen der akademischen Malerei. In rascher Folge veränderte sich der Blick auf die Welt in den Künstlergruppen und -generationen: vom Impressionismus über Jugendstil, Symbolismus, Expressionismus, Kubismus und die abstrakte Kunst bis hin zu einer Leinwand, die nur noch von einer einzigen Farbe bedeckt war. Für manche bedeutete dies wahre Freiheit und Selbstverwirklichung. Andere verstanden nichts – und manches bleibt bis heute rätselhaft. Doch gerade diese atemberaubende Dekonstruktion der Tradition macht Kunst zu einem Abenteuer, das einen ganzen Abend wert ist. Dr. Hans Steidle, Jahrgang 1951, besuchte in Würzburg Schule und Universität und war Lehrer für Geschichte und Deutsch an einem Würzburger Gymnasium. Seit mehr als drei Jahrzehnten bilden Geschichte und Kultur der Stadt Würzburg den Schwerpunkt seiner Führungen, Vorträge und Publikationen. Seit 2009 ist er Stadtheimatpfleger in Würzburg. Allerdings setzt er sich auch mit nationaler und internationaler Geschichte, Kunst und Literatur auseinander.
Thomas von Aquin (†1274) gilt als einer der größten Denker des Mittelalters. Aufbauend auf Aristoteles verband er Philosophie und Theologie zu einem umfassenden Weltbild – und stellte dabei auch die Frage nach der Freiheit. Sein Denken zeigt, dass Freiheit nicht nur ein Geschenk, sondern eine Aufgabe ist: Sie verlangt Vernunft, Verantwortung und die Fähigkeit, zwischen Gut und Böse zu wählen. In einer Zeit, die von Glauben und Autorität geprägt war, suchte Thomas von Aquin nach Wegen, wie der Mensch trotz Bindungen frei handeln kann. Der Vortrag spürt dieser Suche nach, beleuchtet die Verbindung von Glauben und Vernunft und zeigt, wie Thomas von Aquins Gedanken uns heute inspirieren können, Freiheit bewusst zu leben. Florian Gernot Stickler, Jahrgang 1976, studierte klassische Archäologie, Philosophie und Kunstgeschichte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, an der er auch im Fach Philosophie promoviert wurde. Zur Zeit ist er als selbstständiger Philosoph und Geisteswissenschaftler in Würzburg tätig.
In Anbetracht der internationalen Kräfteverschiebung nach dem Zweiten Weltkrieg stand Europa vor ganz besonderen Herausforderungen. Deutschland stand vor dem Nichts, während Großbritannien und Frankreich auf absteigenden Ästen saßen, an denen sie auch noch selbst herumsägten. In dieser schwierigen Konstellation hat Konrad Adenauer seine größte Enttäuschung erlitten – und Deutschland trotzdem wieder einen Platz in der Weltgemeinschaft verschafft. Wie das möglich war – in diesem Seminar erfahren Sie es! Reinhard Seibold hat in mehreren Ländern und Sprachräumen Betriebswirtschaft, Geschichte, Literatur und Politik studiert. Sein Abschlussjahr führte ihn 1989/1990 nach Westberlin, als das „Kurze Jahrhundert der Weltkriege“ mit dem Zerfall der Sowjetunion und dem Fall der Berliner Mauer zu Ende ging. Mit seinem Kursangebot zu literarischen und geschichtlichen Themen möchte er möglichst viele Menschen – und ganz besonders auch die jüngeren Generationen – für einige aktuelle Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart interessieren. Alle Vorträge der Reihe sind individuell buchbar.
Nachdem er mit steigenden Zustimmungswerten zweimal wiedergewählt wurde, war Adenauer fast achtzig Jahre alt. Nun erst gelang ihm die Tat, für die er damals schon bewundert wurde und die ihm bei seiner dritten Bundestagswahl, 1957, eine absolute Kanzlermehrheit verschaffte - zum ersten und einzigen Mal in der Geschichte von Wahlen zum Deutschen Bundestag. Und dennoch: auch nach diesem Ereignis stand sein größter internationaler Erfolg erst noch bevor. Lassen Sie sich mitnehmen in diese bewegte Zeit, die bis zum heutigen Tage in Deutschland nachwirkt. Reinhard Seibold hat in mehreren Ländern und Sprachräumen Betriebswirtschaft, Geschichte, Literatur und Politik studiert. Sein Abschlussjahr führte ihn 1989/1990 nach Westberlin, als das „Kurze Jahrhundert der Weltkriege“ mit dem Zerfall der Sowjetunion und dem Fall der Berliner Mauer zu Ende ging. Mit seinem Kursangebot zu literarischen und geschichtlichen Themen möchte er möglichst viele Menschen – und ganz besonders auch die jüngeren Generationen – für einige aktuelle Verbindungen zwischen Vergangenheit und Gegenwart interessieren. Alle Vorträge der Reihe sind individuell buchbar.