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Saqqara: Eine Nekropole der Superlative

Die altägyptische Nekropole von Saqqara steht zu Unrecht ein wenig im Schatten des Pyramidenplateaus von Giza mit seinen drei großen Pyramiden. Tatsächlich ist das südlich von Kairo gelegene Saqqara eine ebenso bedeutende Nekropole des antiken Ägypten, wenn nicht sogar bedeutender. Über 3000 Jahre – also über die gesamte Zeit der pharaonischen Geschichte – wurden hier Könige, Mitglieder der Hofelite und sogar heilige Tiere bestattet.
Den Anfang machten Könige und hohe Beamte der 1. und 2. Dynastie (um 3000-2750 v. Chr.), die sich in Saqqara große Gräber anlegen ließen. Eine Tradition, die dann zahlreiche Pharaonen und Würdenträger des Alten Reichs (3.-6. Dynastie, um 2500-2180 v. Chr.) fortsetzten. In dieser Zeit entstand auch die berühmte Stufenpyramide von König Djoser (um 2700 v. Chr.) – der erste ägyptische Pyramidenbau überhaupt. Der ersten Pyramide folgten bis zum Ende des Alten Reichs noch zahlreiche weitere „echte“ königliche Pyramiden mit geraden Seitenflächen. Und es gab noch eine weitere Premiere in Saqqara: In der Pyramide von König Unas (5. Dyn., um 2250 v. Chr.) fanden sich zum ersten Mal Hieroglyphen. Dieses sog. Pyramidentexte sind die ältesten bisher gefundenen Totentexte Ägyptens.
Den königlichen Grabbauten folgten traditionell die Gräber der Beamtenelite dieser Zeit und auch hier zeigt sich Saqqara als eine bemerkenswerte Nekropole, denn diese sog. Privatgräber sind von aufgesprochener Qualität, Größe und Individualität – auch dies ein Novum in der ägyptischen Grabkultur, die bisher eher uniforme Privatgräber kannte.
Aber auch in späterer Zeit verlor Saqqara als Nekropole nicht an Bedeutung: Über das Neue Reich (um 1530-1070 v. Chr.) bis weit in die Spätzeit (um 5. Jh. v. Chr.) erlebte Saqqara eine Renaissance als Nekropole, die Anschluss an die uralte Tradition suchte. Eine weitere berühmte Stätte in Saqqara ist das Serapeum – Verehrungs- und Bestattungsort der heiligen Apis-Stiere, den Symboltieren des altägyptischen Gottes Apis, der mit der Schöpfung und dem Fruchtbarkeitskult verbunden wurde. Die heiligen Tiere wurden hier in gigantischen Granit-Sarkophagen bestattet, die in Ausmaßen und Gewicht (bis zu 70 t) einmalig in Ägypten sind.
Ich würde mich freuen, wenn Sie mich auf meiner Reise in die Jahrtausende Jahre alte Nekropole von Saqqara begleiten würden und mit mir eine manchmal ein wenig „unterschätzte“ Nekropole entdecken.

Dr. Katja Demuß studierte Ägyptologie, Koptologie und Alte Geschichte an der Georg-August-Universität Göttingen. In ihrer Funktion als Assistentin am Institut für Ägyptologie und Koptologie der Universität Göttingen war sie an der Herausgabe der ägyptologischen Zeitschrift Lingua Aegyptia beteiligt. Seit 2000 gibt sie Seminare an verschiedenen Volkshochschulen.

Saqqara: Eine Nekropole der Superlative

Die altägyptische Nekropole von Saqqara steht zu Unrecht ein wenig im Schatten des Pyramidenplateaus von Giza mit seinen drei großen Pyramiden. Tatsächlich ist das südlich von Kairo gelegene Saqqara eine ebenso bedeutende Nekropole des antiken Ägypten, wenn nicht sogar bedeutender. Über 3000 Jahre – also über die gesamte Zeit der pharaonischen Geschichte – wurden hier Könige, Mitglieder der Hofelite und sogar heilige Tiere bestattet.
Den Anfang machten Könige und hohe Beamte der 1. und 2. Dynastie (um 3000-2750 v. Chr.), die sich in Saqqara große Gräber anlegen ließen. Eine Tradition, die dann zahlreiche Pharaonen und Würdenträger des Alten Reichs (3.-6. Dynastie, um 2500-2180 v. Chr.) fortsetzten. In dieser Zeit entstand auch die berühmte Stufenpyramide von König Djoser (um 2700 v. Chr.) – der erste ägyptische Pyramidenbau überhaupt. Der ersten Pyramide folgten bis zum Ende des Alten Reichs noch zahlreiche weitere „echte“ königliche Pyramiden mit geraden Seitenflächen. Und es gab noch eine weitere Premiere in Saqqara: In der Pyramide von König Unas (5. Dyn., um 2250 v. Chr.) fanden sich zum ersten Mal Hieroglyphen. Dieses sog. Pyramidentexte sind die ältesten bisher gefundenen Totentexte Ägyptens.
Den königlichen Grabbauten folgten traditionell die Gräber der Beamtenelite dieser Zeit und auch hier zeigt sich Saqqara als eine bemerkenswerte Nekropole, denn diese sog. Privatgräber sind von aufgesprochener Qualität, Größe und Individualität – auch dies ein Novum in der ägyptischen Grabkultur, die bisher eher uniforme Privatgräber kannte.
Aber auch in späterer Zeit verlor Saqqara als Nekropole nicht an Bedeutung: Über das Neue Reich (um 1530-1070 v. Chr.) bis weit in die Spätzeit (um 5. Jh. v. Chr.) erlebte Saqqara eine Renaissance als Nekropole, die Anschluss an die uralte Tradition suchte. Eine weitere berühmte Stätte in Saqqara ist das Serapeum – Verehrungs- und Bestattungsort der heiligen Apis-Stiere, den Symboltieren des altägyptischen Gottes Apis, der mit der Schöpfung und dem Fruchtbarkeitskult verbunden wurde. Die heiligen Tiere wurden hier in gigantischen Granit-Sarkophagen bestattet, die in Ausmaßen und Gewicht (bis zu 70 t) einmalig in Ägypten sind.
Ich würde mich freuen, wenn Sie mich auf meiner Reise in die Jahrtausende Jahre alte Nekropole von Saqqara begleiten würden und mit mir eine manchmal ein wenig „unterschätzte“ Nekropole entdecken.

Dr. Katja Demuß studierte Ägyptologie, Koptologie und Alte Geschichte an der Georg-August-Universität Göttingen. In ihrer Funktion als Assistentin am Institut für Ägyptologie und Koptologie der Universität Göttingen war sie an der Herausgabe der ägyptologischen Zeitschrift Lingua Aegyptia beteiligt. Seit 2000 gibt sie Seminare an verschiedenen Volkshochschulen.
22.07.26 14:28:00