Sie sind hier:
Antikes Ägypten: Das Volk Israel in Ägypten
Die Geschichte der Israeliten im antiken Ägypten beschäftigt von jeher jüdische und christliche Religionswissenschaftler, Historiker und nicht zuletzt auch die Ägyptologie. Dies gilt in besonderem Maße für den Auszug der Israeliten aus Ägypten, den sog. Exodus. Nach den Quellen führte Moses sein Volk aus der Sklaverei des ägyptischen Pharaos durch die Wüste in die Freiheit. Hauptsächliche Quelle für den Aufenthalt der Israeliten in Ägypten und den Exodus aus Ägypten ist eine jüdisch-christliche Quelle: Das Buch Exodus (Bibel AT, Kapitel 1-15 bzw. Zweites Buch der Tora)!
In den ägyptischen Quellen gibt es dagegen kaum Zeugnisse für die im Buch Exodus geschilderten Ereignisse. Sicher belegt ist v.a. der Aufenthalt semitischer Nomaden („Apiru“) in Ägypten, die vermutlich Zwangsarbeit bei den Bauprojekten der Pharaonen des Neuen Reiches (um 1500-1100 v. Chr.) leisteten.
Keinerlei Zeugnis findet sich hingegen für den Auszug einer großen Gruppe von israelitischen Sklaven aus Ägypten, was aber auch nicht zu erwarten ist, denn „Pharao siegt immer“. Und die im Buch Exodus geschilderte gelungene Flucht so vieler Sklaven vor dem Pharao wäre alles andere als ein Sieg gewesen und somit auch nirgendwo für die Nachwelt aufgeschrieben worden.
Die Historizität der biblischen Exodus-Erzählungen ist schon aufgrund dieser Quellenlage umstritten. Häufig werden die Schilderungen (Zehn Plagen, Teilung des Roten Meeres) als Legenden abgetan, die v.a. als Gründungsmythos für das Volk Israel dienten.
Handelt es sich also
- um reine Fantasie oder
- werden tatsächliche historische Ereignisse geschildert oder
- wurden historische Personen und Ereignisse mit Fantasie erweitert?
Mit diesen Fragen wollen wir uns im Rahmen der Veranstaltung beschäftigen – wobei die ägyptologische Sicht naturgemäß den Schwerpunkt bilden wird.
Die Veranstaltung unterteilt sich in zwei Bereiche – Aufenthalt Israels im antiken Ägypten und den Exodus.
Teil 1: Israel in Ägypten
Es gibt zahlreiche Belege zur Existenz semitischer Bewohner im antiken Ägypten, v.a. zur Zeit des Neuen Reiches. Wir werden versuchen, uns ein Bild von der Lage dieser vermutlichen Zwangsarbeiter zu machen, insb. hinsichtlich der Fragen, wie lange sie tatsächlich in Ägypten waren und ob es sich wirklich um „grausam unterdrückte Sklaven“ (so Schilderung im Buch Exodus) handelte..
Teil 2: Der Auszug der Israeliten aus Ägypten
Anhand des Buches Exodus werden wir die einzelnen Phasen und Stationen des Auszuges nachvollziehen und diese dann einem „Realitäts-Check“ unterziehen anhand altägyptischer wie auch christlich-jüdischer Quellen. Dies alles v.a. im Hinblick auf die Frage der Person des Moses und seines pharaonischen Gegenspielers (Echnaton?, Ramses II.?, Merenptah?...).
Zur Klärung der Fragen werden sowohl Texte als auch archäologische Befunde herangezogen werden.
Dr. Katja Demuß studierte Ägyptologie, Koptologie und Alte Geschichte an der Georg-August-Universität Göttingen. In ihrer Funktion als Assistentin am Institut für Ägyptologie und Koptologie der Universität Göttingen war sie an der Herausgabe der ägyptologischen Zeitschrift Lingua Aegyptia beteiligt. Seit 2000 gibt sie Seminare an verschiedenen Volkshochschulen.
In den ägyptischen Quellen gibt es dagegen kaum Zeugnisse für die im Buch Exodus geschilderten Ereignisse. Sicher belegt ist v.a. der Aufenthalt semitischer Nomaden („Apiru“) in Ägypten, die vermutlich Zwangsarbeit bei den Bauprojekten der Pharaonen des Neuen Reiches (um 1500-1100 v. Chr.) leisteten.
Keinerlei Zeugnis findet sich hingegen für den Auszug einer großen Gruppe von israelitischen Sklaven aus Ägypten, was aber auch nicht zu erwarten ist, denn „Pharao siegt immer“. Und die im Buch Exodus geschilderte gelungene Flucht so vieler Sklaven vor dem Pharao wäre alles andere als ein Sieg gewesen und somit auch nirgendwo für die Nachwelt aufgeschrieben worden.
Die Historizität der biblischen Exodus-Erzählungen ist schon aufgrund dieser Quellenlage umstritten. Häufig werden die Schilderungen (Zehn Plagen, Teilung des Roten Meeres) als Legenden abgetan, die v.a. als Gründungsmythos für das Volk Israel dienten.
Handelt es sich also
- um reine Fantasie oder
- werden tatsächliche historische Ereignisse geschildert oder
- wurden historische Personen und Ereignisse mit Fantasie erweitert?
Mit diesen Fragen wollen wir uns im Rahmen der Veranstaltung beschäftigen – wobei die ägyptologische Sicht naturgemäß den Schwerpunkt bilden wird.
Die Veranstaltung unterteilt sich in zwei Bereiche – Aufenthalt Israels im antiken Ägypten und den Exodus.
Teil 1: Israel in Ägypten
Es gibt zahlreiche Belege zur Existenz semitischer Bewohner im antiken Ägypten, v.a. zur Zeit des Neuen Reiches. Wir werden versuchen, uns ein Bild von der Lage dieser vermutlichen Zwangsarbeiter zu machen, insb. hinsichtlich der Fragen, wie lange sie tatsächlich in Ägypten waren und ob es sich wirklich um „grausam unterdrückte Sklaven“ (so Schilderung im Buch Exodus) handelte..
Teil 2: Der Auszug der Israeliten aus Ägypten
Anhand des Buches Exodus werden wir die einzelnen Phasen und Stationen des Auszuges nachvollziehen und diese dann einem „Realitäts-Check“ unterziehen anhand altägyptischer wie auch christlich-jüdischer Quellen. Dies alles v.a. im Hinblick auf die Frage der Person des Moses und seines pharaonischen Gegenspielers (Echnaton?, Ramses II.?, Merenptah?...).
Zur Klärung der Fragen werden sowohl Texte als auch archäologische Befunde herangezogen werden.
Dr. Katja Demuß studierte Ägyptologie, Koptologie und Alte Geschichte an der Georg-August-Universität Göttingen. In ihrer Funktion als Assistentin am Institut für Ägyptologie und Koptologie der Universität Göttingen war sie an der Herausgabe der ägyptologischen Zeitschrift Lingua Aegyptia beteiligt. Seit 2000 gibt sie Seminare an verschiedenen Volkshochschulen.
Sie sind hier:
Antikes Ägypten: Das Volk Israel in Ägypten
Die Geschichte der Israeliten im antiken Ägypten beschäftigt von jeher jüdische und christliche Religionswissenschaftler, Historiker und nicht zuletzt auch die Ägyptologie. Dies gilt in besonderem Maße für den Auszug der Israeliten aus Ägypten, den sog. Exodus. Nach den Quellen führte Moses sein Volk aus der Sklaverei des ägyptischen Pharaos durch die Wüste in die Freiheit. Hauptsächliche Quelle für den Aufenthalt der Israeliten in Ägypten und den Exodus aus Ägypten ist eine jüdisch-christliche Quelle: Das Buch Exodus (Bibel AT, Kapitel 1-15 bzw. Zweites Buch der Tora)!
In den ägyptischen Quellen gibt es dagegen kaum Zeugnisse für die im Buch Exodus geschilderten Ereignisse. Sicher belegt ist v.a. der Aufenthalt semitischer Nomaden („Apiru“) in Ägypten, die vermutlich Zwangsarbeit bei den Bauprojekten der Pharaonen des Neuen Reiches (um 1500-1100 v. Chr.) leisteten.
Keinerlei Zeugnis findet sich hingegen für den Auszug einer großen Gruppe von israelitischen Sklaven aus Ägypten, was aber auch nicht zu erwarten ist, denn „Pharao siegt immer“. Und die im Buch Exodus geschilderte gelungene Flucht so vieler Sklaven vor dem Pharao wäre alles andere als ein Sieg gewesen und somit auch nirgendwo für die Nachwelt aufgeschrieben worden.
Die Historizität der biblischen Exodus-Erzählungen ist schon aufgrund dieser Quellenlage umstritten. Häufig werden die Schilderungen (Zehn Plagen, Teilung des Roten Meeres) als Legenden abgetan, die v.a. als Gründungsmythos für das Volk Israel dienten.
Handelt es sich also
- um reine Fantasie oder
- werden tatsächliche historische Ereignisse geschildert oder
- wurden historische Personen und Ereignisse mit Fantasie erweitert?
Mit diesen Fragen wollen wir uns im Rahmen der Veranstaltung beschäftigen – wobei die ägyptologische Sicht naturgemäß den Schwerpunkt bilden wird.
Die Veranstaltung unterteilt sich in zwei Bereiche – Aufenthalt Israels im antiken Ägypten und den Exodus.
Teil 1: Israel in Ägypten
Es gibt zahlreiche Belege zur Existenz semitischer Bewohner im antiken Ägypten, v.a. zur Zeit des Neuen Reiches. Wir werden versuchen, uns ein Bild von der Lage dieser vermutlichen Zwangsarbeiter zu machen, insb. hinsichtlich der Fragen, wie lange sie tatsächlich in Ägypten waren und ob es sich wirklich um „grausam unterdrückte Sklaven“ (so Schilderung im Buch Exodus) handelte..
Teil 2: Der Auszug der Israeliten aus Ägypten
Anhand des Buches Exodus werden wir die einzelnen Phasen und Stationen des Auszuges nachvollziehen und diese dann einem „Realitäts-Check“ unterziehen anhand altägyptischer wie auch christlich-jüdischer Quellen. Dies alles v.a. im Hinblick auf die Frage der Person des Moses und seines pharaonischen Gegenspielers (Echnaton?, Ramses II.?, Merenptah?...).
Zur Klärung der Fragen werden sowohl Texte als auch archäologische Befunde herangezogen werden.
Dr. Katja Demuß studierte Ägyptologie, Koptologie und Alte Geschichte an der Georg-August-Universität Göttingen. In ihrer Funktion als Assistentin am Institut für Ägyptologie und Koptologie der Universität Göttingen war sie an der Herausgabe der ägyptologischen Zeitschrift Lingua Aegyptia beteiligt. Seit 2000 gibt sie Seminare an verschiedenen Volkshochschulen.
In den ägyptischen Quellen gibt es dagegen kaum Zeugnisse für die im Buch Exodus geschilderten Ereignisse. Sicher belegt ist v.a. der Aufenthalt semitischer Nomaden („Apiru“) in Ägypten, die vermutlich Zwangsarbeit bei den Bauprojekten der Pharaonen des Neuen Reiches (um 1500-1100 v. Chr.) leisteten.
Keinerlei Zeugnis findet sich hingegen für den Auszug einer großen Gruppe von israelitischen Sklaven aus Ägypten, was aber auch nicht zu erwarten ist, denn „Pharao siegt immer“. Und die im Buch Exodus geschilderte gelungene Flucht so vieler Sklaven vor dem Pharao wäre alles andere als ein Sieg gewesen und somit auch nirgendwo für die Nachwelt aufgeschrieben worden.
Die Historizität der biblischen Exodus-Erzählungen ist schon aufgrund dieser Quellenlage umstritten. Häufig werden die Schilderungen (Zehn Plagen, Teilung des Roten Meeres) als Legenden abgetan, die v.a. als Gründungsmythos für das Volk Israel dienten.
Handelt es sich also
- um reine Fantasie oder
- werden tatsächliche historische Ereignisse geschildert oder
- wurden historische Personen und Ereignisse mit Fantasie erweitert?
Mit diesen Fragen wollen wir uns im Rahmen der Veranstaltung beschäftigen – wobei die ägyptologische Sicht naturgemäß den Schwerpunkt bilden wird.
Die Veranstaltung unterteilt sich in zwei Bereiche – Aufenthalt Israels im antiken Ägypten und den Exodus.
Teil 1: Israel in Ägypten
Es gibt zahlreiche Belege zur Existenz semitischer Bewohner im antiken Ägypten, v.a. zur Zeit des Neuen Reiches. Wir werden versuchen, uns ein Bild von der Lage dieser vermutlichen Zwangsarbeiter zu machen, insb. hinsichtlich der Fragen, wie lange sie tatsächlich in Ägypten waren und ob es sich wirklich um „grausam unterdrückte Sklaven“ (so Schilderung im Buch Exodus) handelte..
Teil 2: Der Auszug der Israeliten aus Ägypten
Anhand des Buches Exodus werden wir die einzelnen Phasen und Stationen des Auszuges nachvollziehen und diese dann einem „Realitäts-Check“ unterziehen anhand altägyptischer wie auch christlich-jüdischer Quellen. Dies alles v.a. im Hinblick auf die Frage der Person des Moses und seines pharaonischen Gegenspielers (Echnaton?, Ramses II.?, Merenptah?...).
Zur Klärung der Fragen werden sowohl Texte als auch archäologische Befunde herangezogen werden.
Dr. Katja Demuß studierte Ägyptologie, Koptologie und Alte Geschichte an der Georg-August-Universität Göttingen. In ihrer Funktion als Assistentin am Institut für Ägyptologie und Koptologie der Universität Göttingen war sie an der Herausgabe der ägyptologischen Zeitschrift Lingua Aegyptia beteiligt. Seit 2000 gibt sie Seminare an verschiedenen Volkshochschulen.
-
Gebühr25,00 €
- Kursnummer: 13086B-sgGÜ
-
StartSa. 30.01.2027
14:00 UhrEndeSa. 30.01.2027
18:00 Uhr -
1 Termin / 2.6667 Ustd.
-
Dozent*in:Dr. Katja Demuß
- Geschäftsstelle: Güntersleben