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Königin der Masken: Wie Esther ihr Volk vor dem Untergang rettete
Reihe Theologie und Philosophie

Sie wuchs als schutzloses Waisenmädchen in der Fremde auf, eroberte im Sturm den Thron des mächtigsten Weltreichs ihrer Zeit und mutierte im entscheidenden Moment von der stillen Anpasserin zur furchtlosen Strategin, die einen skrupellosen Genozid im Keim erstickte. Das biblische Buch Esther bricht mit fast allen religiösen Klischees, denn es erzählt kein moralisches Erbauungsstück, sondern ein psychologisch dichtes Lehrstück über das Überleben in der Diaspora, das Spiel mit falscher Identität und den plötzlichen Zwang, Farbe bekennen zu müssen. In diesem Vortrag analysieren wir die Ereignisse am persischen Königshof aus einer philosophisch-theologischen Perspektive und beleuchten eine faszinierende literarische Besonderheit: die völlige Abwesenheit Gottes in der gesamten Erzählung. Wir gehen der Frage auf den Grund, wie viel Kompromissbildung das Überleben in einer fremden Kultur erfordert, ob es so etwas wie eine historische Pflicht zum Widerstand gibt und wie viel persönliches Risiko ein Einzelner für das Wohl der Gemeinschaft tragen kann.

Florian Gernot Stickler, Jahrgang 1976, studierte klassische Archäologie, Philosophie und Kunstgeschichte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, an der er auch im Fach Philosophie promoviert wurde. Zurzeit ist er als selbstständiger Philosoph und Geisteswissenschaftler in Würzburg tätig.

Königin der Masken: Wie Esther ihr Volk vor dem Untergang rettete
Reihe Theologie und Philosophie

Sie wuchs als schutzloses Waisenmädchen in der Fremde auf, eroberte im Sturm den Thron des mächtigsten Weltreichs ihrer Zeit und mutierte im entscheidenden Moment von der stillen Anpasserin zur furchtlosen Strategin, die einen skrupellosen Genozid im Keim erstickte. Das biblische Buch Esther bricht mit fast allen religiösen Klischees, denn es erzählt kein moralisches Erbauungsstück, sondern ein psychologisch dichtes Lehrstück über das Überleben in der Diaspora, das Spiel mit falscher Identität und den plötzlichen Zwang, Farbe bekennen zu müssen. In diesem Vortrag analysieren wir die Ereignisse am persischen Königshof aus einer philosophisch-theologischen Perspektive und beleuchten eine faszinierende literarische Besonderheit: die völlige Abwesenheit Gottes in der gesamten Erzählung. Wir gehen der Frage auf den Grund, wie viel Kompromissbildung das Überleben in einer fremden Kultur erfordert, ob es so etwas wie eine historische Pflicht zum Widerstand gibt und wie viel persönliches Risiko ein Einzelner für das Wohl der Gemeinschaft tragen kann.

Florian Gernot Stickler, Jahrgang 1976, studierte klassische Archäologie, Philosophie und Kunstgeschichte an der Julius-Maximilians-Universität Würzburg, an der er auch im Fach Philosophie promoviert wurde. Zurzeit ist er als selbstständiger Philosoph und Geisteswissenschaftler in Würzburg tätig.
22.07.26 17:32:42